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Angst vor Medikamenten / generalisierte Angststörung
#1
Liebes forum, 

Ich bin neu hier und habe mich schon durch viele Beiträge gelesen. Ich bin 34, lebe alleine mit meiner kleinen Tochter und leide an einer generalisierten Angststörung, Panikattacken und Sozialphobie. 

2018-2021 half mir eine Therapie, letztes Jahr kam alles nach einigen Schicksalsschlägen und viel Stress zurück. 

Und wie das so ist, findet man zeitnah halt keinen Therapieplatz, geschweige denn Hilfe. So versuchte ich es vorerst auf eigene Faust wieder in den Griff zu bekommen. Mit hilfreichen Büchern (nenne ich gern bei Interesse), somatischem Yoga (sehr heilsam und erdend und nicht mit dem klassischen Yoga, wo man sich ja zum Teil schon sehr verrenkt) zu vergleichen ist.

Zusätzlich fand ich Ruhe in Spaziergängen, dem anlegen eines Tagebuchs, eingeschränktem Internetkosum (insbesondere soziale Medien) und habe viel Sport gemacht. Auch eine Akupressurmatte und Atemübungen sowie Meditationen haben mir sehr gut geholfen. Dann fand ich auch einen Therapieplatz 

Über einige Monate spürte ich eine Verbesserung. Dann jedoch wieder Stress, Oma im Krankenhaus, Herzprobleme, selbst viele Termine mit der Tochter, Vater ist abwesend, kümmert sich kaum etc. Und schon ging es wieder von vorne los. Täglich stundenlang Nervosität bis hin zu mehreren Panikattacken, alle erdenklichen Körpersignale die man sich nur vorstellen kann, Übelkeit, Schwindel, Muskelzucken, etc. Mehrmals musste ich den Notarzt rufen, weil es gar nicht mehr ging. 

Die Überlegung, mal Tabletten zu nehmen, schwebt mir schon länger im Sinn. Jedoch habe ich panische Angst vor deren Nebenwirkungen und davor, dass ich mit meiner Tochter alleine Zuhause bin und es mich dann überrollt und ich vielleicht sogar unfähig bin, zu handeln und Hilfe zu holen.

Teilweise sitze ich hier und denke, dass ich vollkommen verrückt werde, habe Angst mich nicht mehr bewegen, nicht mehr handeln und fähig dazu zu sein, mich um meine Tochter zu kümmern. Meine größte Angst ist, dass ich sterbe, oder zb einen Schlaganfall erleide und sie dann zurückbleibt, evtl. zu Menschen kommt, die nichts Gutes im Sinn haben etc. Und das triggert mich immer und immer wieder. 

Gestern war es wieder so schlimm, ich hatte den gesamten Tag über angespannte Muskeln, es brannte, alles tat weh, ich war nervös, hatte Angst - da habe ich zum ersten Mal Tavor genommen, nachdem die Packung über Monate hinweg hier stand. Und meine schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Im Gegenteil. Ich wurde ruhig, meine Beine haben sich endlich entspannt, die Angst ging weg. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten habe ich gut geschlafen, ohne Albträume, ohne ständiges aufschrecken. Und fühle mich allein damit schon etwas besser, da ich nun bei Bedarf und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, zumindest nun etwas da habe von dem ich weiß, dass es mir hilft und mich nicht umhaut. Vom Abhängigkeitspotential weiß ich, daher wäre das wirklich nur für den "Notfall" - aber da muss ich mich dann zukünftig wenigstens nicht mehr quälen sondern habe Hilfe da. 

Auf lange Sicht gesehen wären Antidepressiva wohl für mich die richtige Wahl, um endlich einmal alles aufarbeiten zu können und meinen Kopf wieder in "richtige Bahnen" zu lenken - mithilfe der Therapie natürlich. Aus dem Grund bekam ich auch kürzlich Opripramol verschrieben, die hab ich aber bisher noch nicht angerührt aus Angst dass mir sonstwas passiert davon.

Nun steht eine Behandlung in einer Klinik in Aussicht, wo meine Tochter mitkommen kann. Unter ärztlicher Aufsicht würde ich mich dann vielleicht auch eher an die Medis rantrauen.

Vielleicht könnt ihr mir von euren Erfahrungen berichten, hier jedoch bitte keine Horrorstories, davon kenne ich genug Big Grin Falls es möglich ist, werde ich diesen Beitrag in einigen Monaten auch nochmal aktualisieren, wie es mir dann geht. Vielleicht ist dies ja hilfreich, falls es unter euch auch einige Menschen gibt, die ebenfalls solch große Angst vor der Einnahme solcher Medikamente haben.

Liebe Grüße und alles Gute für jeden einzelnen von euch.  Tuschel
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#2
Hallo Lisa059,

bei mir ist das Ganze zwar schon etwas länger her (2005 war es ganz schlimm), aber ich möchte trotzdem noch kurz etwas zum Thema Medikamente (aus meiner Sicht) schreiben.

Es war so gewesen, daß ich eigentlich die ganze Zeit "Güterzüge durch mein Hirn fahren" hatte. Eine richtige Therapie wurde durch die Medikamente erst möglich, da die dafür gesorgt haben, daß in meinem Kopf genug "Ruhe" vorhanden war, um sich überhaupt konzentrieren zu können. Die Medis waren sozusagen "Wegbereiter" für eine sinnvolle Therapie.

Daß der ganze "Lebensstreß" an dir alleine hängen bleibt, und du kaum oder keine Hilfe von Außen (Mann, Freunde...) hast, ist natürlich ein "dankbarer" Nährboden für Herzrasen, Schwindel, Unruhezustände undundund...

Die Lösung des herantastens unter ärztlicher "Überwachung" finde ich super, zumal du auch noch dein Kind mitnehmen darfst. Das ist doch eigentlich eine optimale Lösung. Dein Kind ist versorgt, und du kannst den Kopf "therapiebereit" machen. Dafür drück' ich dir ganz ganz feste die Däumchen ! Smile

LG, Gustl

PS: Egal wie tiiiief das Loch scheinen mag, da kommt man auch wieder raus. Du brauchst aber Geduld, da es immer "nur" schrittweise geht.
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